Zecken und FSME: 2025 erneut zeckenreiches Jahr

Credit: Shutterstock
Aktualisiert am 28.03.2025

Ein weiteres zeckenreiches Jahr kündigt sich an: Durch die immer milderen Winter können Zecken mittlerweile das ganze Jahr über aktiv bleiben. Viele der Parasiten überstehen die frostarmen Monate unbeschadet, was zu einer frühen und verstärkten Verbreitung im Frühjahr führt. 

Die Winteraktivität von Zecken ist kein neues Phänomen, wie Prof. Dr. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim in Stuttgart auf der heutigen Pressekonferenz erklärte. Sie betonte, dass bereits im Januar 2025 erste FSME-Fälle gemeldet wurden. Im Vorjahr verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) mit 686 Fällen in Deutschland die zweithöchste Zahl an FSME-Erkrankungen seit Einführung der Meldepflicht. Nur im Rekordjahr 2020 wurden mit 718 Fällen noch mehr Infektionen registriert.  

Besonders auffällig: Immer häufiger treten FSME-Fälle auch in Regionen Deutschlands auf, die offiziell nicht als Risikogebiete gelten. Prof. Dr. Gerhard Dobler, Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für FSME am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr, warnt daher vor einem landesweiten Infektionsrisiko und spricht sich deutlich für die FSME-Schutzimpfung aus.

Seit einigen Jahren schon sehen die Forschenden einen zweijährigen Rhythmus mit hohen Erkrankungszahlen in jedem zweiten Jahr statt wie früher in jedem dritten Jahr. Mittlerweile sei ein deutlich ansteigender Trend erkennbar, betont Prof. Dr. Mackenstedt, Leiterin des Fachgebiets Parasitologie der Universität Hohenheim: „Seit 2017 steigen die Fallzahlen kontinuierlich an. Aktuell ist jedoch noch unklar, wie hoch die Erkrankungszahlen im Jahr 2025 ausfallen werden.“

Auch hierzulande beginnt die Zeckensaison ungewöhnlich früh. Österreich gilt als eine der stärksten betroffenen Gebiete Europas. Insbesondere Oberösterreich gilt als Zecken-Hotspot - knapp ein Drittel aller FSME-Fälle in Österreich wurden dort registriert.

Zeckenstiche vorbeugen

Zecken halten sich bevorzugt in hohem Gras oder im Unterholz auf. Beim Wandern, Spazierengehen oder längeren Aufenthalten im Freien sollten Sie festes Schuhwerk, lange Hosen und ein langärmeliges Shirt tragen. Dadurch wird es den Zecken erschwert, unter die Kleidung zu gelangen. Auch insektenabweisende Mittel sind gegen Zecken nützlich, sollten jedoch aufgrund ihrer kurzen Wirksamkeit (eine bis drei Stunden) bei längeren Aufenthalten regelmäßig neu aufgetragen werden.

Mediziner rät dringend zur Impfung

Angesicht der aktuellen Entwicklungen sei eine Impfung derzeit wichtiger denn je. „Bei schweren Infektionen kann FSME zu Langzeitfolgen wie Muskellähmungen, Gleichgewichtsstörungen oder starken Stimmungsschwankungen führen“, sagt Prof. Dr. Dobler. Für eine Grundimmunisierung seien drei Impfungen notwendig. Die Auffrischung müsse alle fünf Jahre, ab dem 50. bzw. 60. Lebensjahr – je nach verwendetem Impfstoff – alle drei Jahre erfolgen. Statistisch sei erst bei einer Durchimpfung von 50 Prozent der Bevölkerung ein Sinken der Fallzahlen zu erkennen. In Deutschland erreicht kein Bundesland diese Impfquote - für das individuelle Risiko spielt das jedoch ohnehin keine Rolle: „FSME wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, weshalb auch eine hohe Durchimpfungsrate nicht das individuelle Risiko senkt.“ Die Impfung biete jedoch einen individuellen Schutz und sei gut verträglich.

Quellen:

www.ages.at/mensch/krankheit/krankheitserreger-von-a-bis-z/fsme

www.deutschesgesundheitsportal.de/2025/02/25/zecken-fsme-forschende-erwarten-2025-erneut-zeckenreiches-jahr/=

Weitere Deine Apotheke-Artikel zum Thema

Merkliste
Loading...